Allergologie | Arzt-Depesche 9/2020

Allergologie standardisieren

Da jeder dritte Deutsche im Laufe seines Lebens von allergischen Erkrankungen betroffen ist, muss eine hohe Qualität bei Prävention, Diagnostik und Therapie gewährleistet sein.
Die allergische Multimorbidität tritt sehr häufig auf. Dabei handelt es sich um Erkrankungen, die typischerweise unterschiedlichen Fachrichtungen zugeordnet werden, wie z. B. das allergische Asthma bronchiale und die allergische Rhinitis, sich aber gegenseitig triggern können. Dabei bildet eine fachübergreifende fundierte allergologische Ausbildung die Basis für eine qualitativ hochwertige Betreuung allergischer Patienten. Hierfür müssen jedoch die Ausbildung, die organisatorischen Strukturen, die Dokumentation der Qualität, aber auch die Forschung in der Allergologie dringend optimiert werden.
Die Therapie allergischer Erkrankungen fußt im Allgemeinen auf den drei Säulen der Allergenkarenz, der medikamentösen Therapie und der allergenspezifischen Immuntherapie. Um ein optimales Outcome zu erreichen, müssen alle verfügbaren Therapien aufeinander abgestimmt sein. Leitlinien gelten als eines der wichtigsten Werkzeuge im ärztlichen Qualitätsmanagement. Eine spezifische allergologische Anamnese könnte beispielsweise von standardisierten Fragbögen profitieren und auf die Art und Stärke der Beschwerden sowie Zeitpunkte und Gegebenheiten des Auftretens eingehen. Für die Diagnostik stehen verschiedene gut etablierte und evaluierte Methoden zur Verfügung; sie reichen von diagnostischen Basisuntersuchungen wie Prick-Tests und die Bestimmung von spezifischem Immunglobulin E bis hin zur Spezialdiagnostik wie der Durchführung von Provokationstests und aufwendigeren Laborverfahren. Besonders im Bereich der molekularen Allergiediagnostik entwickeln sich die Möglichkeiten rasch fort und ermöglichen in vielen Fällen eine deutliche Verbesserung der diagnostischen Trennschärfe. DM
Quelle: Wagenmann M et al.: Quality In Allergology. Laryngorhinootologie 2020; 99(S 01): S272-S300

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