Psoriasis | Arzt-Depesche 9/2020

Auslöser für Psoriasis genauer definieren

Zusammengefasst wurden Erkenntnisse zur toxischen Wirkung von Xenobiotika auf die Aktivierung und den klinischen Verlauf einer Psoriasis.
Psoriasis ist eine häufig vorkommende entzündliche Hauterkrankung, von welcher etwa 2 % der Weltbevölkerung betroffen sind. Der Ausbruch dieser heterogenen Erkrankung kann durch ein komplexes Zusammenspiel von genetischer Veranlagung und von immunologischen, aber auch umweltbedingten Risikofaktoren getriggert werden.
Bekannt sind fünf Haupttypen der Psoriasis: die Psoriasis guttata (GP), Psoriasis inversa (IP), Psoriasis pustulosa (PP), erythrodermische Psoriasis (EP), Psoriasis vulgaris oder Plaque-Psoriasis (Psoriasis vulgaris, PSV). Beeinträchtigt können zudem auch Fingerund Fußnägel (NI) und Kopfhaut (SI) sein. Medikamente sind einer der am meisten untersuchten Auslöser der Erkrankung. Aber Rauchen und Alkoholkonsum konnten als Trigger identifiziert und mit einem ungünstigen Verlauf der Krankheit assoziiert werden. Neuere Daten lassen vermuten, dass auch die Luftverschmutzung eine schädliche Wirkung auf die Erkrankung hat.
 
Wirkung von Medikamenten
Eine starke Assoziation der Induktion und Exazerbation einer Psoriasis konnte mit der Einnahme von ß-Blockern, Lithiumpräparaten, NSAIDs (nonsteroidal anti-inflammatory drugs), ACE(Angiotensin- Converting-Enzyme)-Hemmern, die meist alle zum Management verschiedener Begleiterscheinungen bei Psorias-Patienten genutzt werden, gezeigt werden. Auch mit Inhibitoren des Tumornekrosefaktor-α (TNF-α), eigentlich aufgrund anderer Indikationen verabreicht, wurde ein Neuauftreten von Psoriasis in Verbindung gebracht (siehe Tabelle). Für Ustekinumab, einem monoklonalen Antikörper gegen die Zytokine Interleukin-12 (IL-12) und Interleukin- 23 (IL-23), wurden ähnliche Daten erfasst.
 
Lebensstil und Umweltfaktoren
Neben Medikamenten gibt es noch weitere Xenobiotika, wie zum Beispiel Rauchen und Alkohol, die den Ausbruch und Verlauf einer Psoriasis zu beeinflussen scheinen.
Alkohol wurde als einer der ersten Risikofaktoren mit Psoriasis in Verbindung gebracht. So lag eine höhere Prävalenz der Erkrankung als erwartet bei Patienten mit alkoholischer Leberzirrhose vor. Gezeigt werden konnte zudem, dass bei starken Trinkern öfters eine schwerer Grad der Erkrankung auftrat. Nicht zu vernachlässigen ist der Fakt, dass durch großen Alkoholkonsum die Wirkung der Medikamente vermindert ist. Gezeigt werden konnte, dass Psoriasis-Patienten ein ungefähr zu 60 % höheres Risiko haben, aufgrund alkoholbedingter Ursachen zu sterben als Personen aus der allgemeinen Bevölkerung. Patienten sollten also über den Effekt von Alkohol auf Psoriasis aufgeklärt werden und denjenigen, die eine potenziell hepatoxische Behandlung erhalten, empfiehlt es sich, Alkohol zu vermeiden.
In epidemiologischen Studien konnte auch für das Rauchen eine Assoziation mit dem Ausbruch und einem schwereren Verlauf der Psoriasis hergestellt werden. Jedoch konnte auch hier der ursächliche Zusammenhang nicht genau geklärt werden. Anhand von Studiendaten ließ sich zudem die schädliche Wirkung des Passivrauchens nachweisen, sodass das Rauchen auch als schädlicher Umweltfaktor in Verbindung mit Psoriasis zu betrachten ist. Zwar fehlen für das Rauchen von E-Zigaretten noch konklusive Daten, um aber auf der sicheren Seite zu sein, empfiehlt es sich wohl, jegliche Art von Rauchen zu minimieren oder auch einzustellen.
Noch gibt es leider zu wenig Daten zum Effekt der Luftverschmutzung speziell auf Hauterkrankungen wie Psoriasis. Hierzu bedarf es noch weiterer Untersuchungen. GH
 

 

Quelle: Grzelj J et al.: The role of xenobiotics in triggering psoriasis. Arch Toxicol 2020; doi: 10.1007/s00204-020-02870-8. Epub ahead of print. PMID: 32833044X
ICD-Codes: L40.9

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