Ernährung | Arzt-Depesche 9/2020

Übergewichtige oft vernachlässigt

Bei adipösen Kindern mit Hidradenitis suppurativa verläuft die Hauterkrankung oft besonders schwer. Eine ernährungsmedizinische Beratung erhalten trotzdem nicht alle.
Lediglich 38,3 % der fettleibigen Kinder mit Hidradenitis suppurativa (HS) werden zur Ernährungsberatung überwiesen, unter den übergewichtigen Patienten sind es sogar nur 3,2 %. Das hat die retrospektive Analyse der Daten von 535 pädiatrischen HS-Patienten ergeben. Die Studienautoren fordern eine stärkere Sensibilisierung für die Themen Ernährung, Bewegung und Gewicht bei Kindern mit HS.
Durchgeführt wurde die Studie an einem der größten Kinderkrankenhäuser der USA, dem Nationwide Children’s Hospital in Columbus, Ohio. Über die Hälfte der eingeschlossenen Kinder mit HS war adipös (54,2%), weitere 11,6 % waren übergewichtig. Davon wurde nur etwa jedes dritte Kind an die Ernährungsmedizin überwiesen. Besonders bei Patienten mit Übergewicht schien es nur ein geringes Bewusstsein dafür zu geben, wie wichtig eine Gewichtsreduktion in Bezug auf den Krankheitsverlauf ist.
Der Großteil der Überweisungen wurde von der Primärversorgung (64,6 %) vorgenommen und lediglich 7,1 % von der Dermatologie. Auch hier sehen die Studienautoren Verbesserungsbedarf. Inwieweit die Untersuchungsergebnisse auf das deutsche Gesundheitswesen übertragbar sind, ist aber unklar. RG
Quelle: Reichert B: Weight counseling in pediatric hidradenitis suppurativa patients. Pediatr Dermatol 2020; 37(3): 480-3

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