Arzt-Depesche

Biologika in der Erstlinien-Therapie

Mit Guselkumab ist seit kurzem der erste reine Interleukin(IL)-23-Inhibitor zur Therapie der Psoriasis-Arthritis indiziert.  Ausgehend von der Rolle des IL-23 als Masterzytokin bei Psoriasis-Arthritis wurden die aktuellen Daten der Zulassungsstudien DISCOVER-1 und -2 für ihren Praxisalltag eingeordnet.

Guselkumab ist zugelassen für die Behandlung von Erwachsenen mit mittelschwerer  bis schwerer Plaque-Psoriasis, für die eine systemische Therapie in Frage kommt. Der human monoklonale Immunglobulin-G1-Lambda(IgG1Lambda)-Antikörper (mAk) ist gegen das  Interleukin(IL)-23-Protein gerichtet,  ein entzündungsförderndes Protein bekannt als wichtiger Botenstoff für die Entstehung von Autoimmunkrankheiten. In seinem Vortrag  ging Prof. Kristian Reich, Hamburg, auf die entscheidende Rolle von IL-23 bei der Plaque-Psoriasis ein und dabei auf die erhöhten Spiegel von IL-23 in der Haut der Patienten mit dieser Erkrankung.  
Prof. Georg Schett, Erlangen, präsentierte die nun veröffentlichen Daten der Zulassungstudien, aus denen hervoging, dass der Wirkstoff im Vergleich zu Placebo auch nach 52 Wochen bei Patienten, die naiv gegenüber Biologika waren oder zuvor Anti-TNF(Tumornekrosefaktor)alpha-Biologika erhalten hatten, zu einer Verbesserung der Gelenk- und Hautsymptome führte. Dabei handelte es sich um die ersten Einjahresergebnisse der Phase-III-Studien. Beurteilt anhand des Investigator Global Assessment (IGA)-Scores erlangten 82 % der Patienten, die innerhalb der Studien von Placebo zu Guselkumab gewechselt hatten ein klares oder fast klares Hautbild mit einer Verbesserung von mindestens zwei Stufen gegenüber dem Ausgangswert. Dabei zeigte sich bis Woche 52 sowohl bei monatlicher, als auch bei einer Gabe alle zwei Monate eine anhaltende Verbesserungen sowie eine Hemmung des radiologischen Fortschreitens von Gelenkstrukturschäden. Im Vergleich zu Woche 24 wurden dabei in Woche 52 auch bei mehreren sekundären Endpunkten, wie zum Beispiel bei der Entzündung des Weichgewebes, des Wertes des C-reaktiven Proteins (CRP) und der körperlichen Funktion, Verbesserungen registriert. In beiden Studien wurde Guselkumab im allgemeinen gut vertragen, wobei schwerwiegende Nebenwirkungen und Infektionen in 4 % bzw. 1 % der Fälle zu beobachten waren. GH
Quelle:

PRESSEKONFERENZ: Neue Zulassung von Guselkumab bei Psoriasis-Arthritis – Einordnung der Daten; Virtuell, 26.1.2021
Veranstalter: Janssen-Cilag GmbH;  Guselkumab: Tremfya®

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