Rezidivierender HWI | Arzt-Depesche 5/2018

Biomarker und neue Therapien

Rezidivierende Harnwegsinfektionen (rHWI) sind ein häufiges klinisches Problem. Häufig werden sie banalisiert, was der Erkrankung aber nicht gerecht wird.

Im Fokus aktueller Untersuchungen stehen Biomarker in Serum und Urin, die nach der Primärinfektion rHWI voraussagen könnten. So wurden bei Frauen mit rHWI erhöhte Werte für IgG, IgM und IgA nachgewiesen. Auch der Makrophagen-stimulierende Faktor (M-CSF) hat sich in Studien als potenzieller Prädiktor erwiesen. Als aussagekräftiger Biomarker im Urin wurde NGF identifiziert. Der Wert liegt bei Patientinnen mit rHWI deutlich niedriger als bei gesunden Frauen.
Die European Association of Urology empfiehlt in ihren Leitlinien folgende Prophylaxe: 1. Verhaltensmodifikationen und Risiko vermeiden, 2. nicht-antibiotische und 3. antibiotische Maßnahmen. Die Effektivität von Cranberry- Saft wurde in aktuellen Reviews nicht bestätigt. Für die Prophylaxe mit Lactobacillus-Stämmen wurden bis jetzt kontroverse Ergebnisse erzielt. Die gültigen Leitlinien sprechen sich aber gegen den Einsatz des Probiotikums aus. Dagegen befürworten sie die intravaginale, nicht jedoch die orale Östrogen-Applikation bei postmenopausalen Frauen. Die Autoren weisen darauf hin, dass nach den neuesten Richtlinien die Immunstimulation gegen rHWI empfohlen wird. Entsprechende Substanzen sind verfügbar. GS

Quelle:

J JF et al.: Recent advances in recurrent urinary tract infection from pathogenesis and biomarkers to prevention. Ci Ji Yi Xue Za Zhi 2017; 29: 131-7

ICD-Codes: N39.0

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