Pruritus | Arzt-Depesche 8/2019

CP Kontra geben

Vorgestellt worden aktuelle Strategien sowie neue Erfolg versprechende Agenzien für die Therapie von chronischem Juckreiz.
Die europäischen und deutschen Richtlinien empfehlen eine schrittweise Herangehensweise bei der Behandlung von Patienten mit chronischem Pruritus (CP). Initial sollten Juckreiz stillende Emollienzien angewandt und den Juckreiz auslösende Faktoren vermieden werden. Parallel ist eine diagnostische Abklärung zu initiieren, um den Grund für den CP und mögliche Mitursachen herauszufinden. Sehr oft handelt es sich um multifaktorielle Ursachen bei einem CP, wobei bei ca. 10 % keine Ursachen auffindbar sind. Wenn die Ursachen gefunden sind und der CP trotz initialer Maßnahmen weiterhin persistiert, empfiehlt sich bei stark entzündlichem Verlauf der Einsatz von Immunosuppressiva sowie bei urämischem oder neuropathischem CP die Gabe von Gabapentinoiden bzw. von Antidepressiva bei paraneoplastischem Pruritus.
Schlagen alle diese Therapien nicht an bzw. läßt sich keine Ursache für den CP ausmachen, sollte auf neue Agenzien zurückgegriffen bzw. der Einschluss des Patienten in randomisierte klinische Studien (randomized controlled trails, RCTs) in Betracht gezogen werden.
Zu den neuen Agenzien zählt auch Crisaborol, ein steroidfreier topischer Phosphodiesterase-(PDE4)- Hemmer, der zur Therapie atopischer Dermatis genutzt wird. Tofacitinib, ein Arzneistoff aus der Gruppe der JAK-Hemmstoffe (JAK: Januskinase), zeigte in einer Phase-II-RCT Linderung des Juckreizes. Vielversprechend gestalten sich zur Zeit Therapien mit monoklonalen Antikörpern, NK1R-Antagonisten (NKIR: Neurokinin-1-Rezeptor) und Agonisten/Antagonisten von Opioidrezeptoren (Nalpuphin). GH

Quelle: Pereira MP et al.: Current treatment strategies .... Curr Opin Pharmacol. 2019; 46: 1-6; doi: 10.1016/j. coph.2018.11.007
ICD-Codes: L29.9

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