Die dritte Seite | Arzt-Depesche 1/2018

Dick dank Drängeln

„Darf‘s noch etwas mehr sein?“ „Möchten Sie das Maxi-Menü für nur 30 Cent mehr?“ Fragen, die beim Einkauf jeder schonmal gehört hat. Derartige „Upselling“-Techniken von Verkäufern im Gastro-Gewerbe führen dazu, dass sich Menschen noch ungesünder als ohnehin schon ernähren und sich zusätzliches Fett anfuttern ... bis zu 2,3 kg pro Jahr, wie nun ein aktueller Bericht der Royal Society for Public Health im UK herausfand.

„Upselling“ bedeutet, dass Verkäufer im gastronomischen Gewerbe (und natürlich nicht nur dort) versuchen, eine größere als die eigentlich vom Kunden gewählte Portion zu verkaufen. Weil das häufig funktioniert, nimmt der Kunde/ Gast mehr Kalorien zu sich als eigentlich geplant.
Alles „peanuts“? Beileibe nicht, denn dieser Upselling-Effekt führt tagtäglich zwar nur zu ein paar zusätzlich verzehrten Kalorien, aber über die Woche kann sich das auf ein Kalorien-Plus von 330 kcal addieren – und auf bis zu 17 000 kcal pro Jahr, was einer Gewichtszunahme von 2,3 kg entspricht.
Jeder wird durchschnittlich 106 Mal pro Jahr nach „etwas mehr“ gefragt. Besonders Kinder und Jugendliche zwischen 18 und 24 unterliegen einem großen Gastro-Upselling-Risiko, so die Royal Society for Public Health. CB

Quelle:

Rimmer A: Sixty seconds ... BMJ 2017; 358: j4212

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