Varia | Arzt-Depesche 8/2020

„Gerechter“ Zugang zur Uterustransplantation?

Die erste Uterustransplantation (Uterus-Tx) wurde im Jahr 2000 in Saudi- Arabien durchgeführt. Seit wichtige Meilensteine erreicht wurden, wie das langanhaltende Transplantatüberleben im Jahr 2011 und die erste Geburt aus einer transplantierten Gebärmutter im Jahr 2014, entwickelt sich die ethische Debatte um die Uterus-Tx.
Die Autoren führten eine systematische Überprüfung von Artikeln zur Uterus-Tx durch. Ethische Themen wurden nach vier bioethischen Prinzipien extrahiert und kategorisiert. Die Papiere wurden in Zeiträume unterteilt, die durch Schlüsselereignisse in der Historie der Uterus-Tx aufgeteilt waren: Phase I (erste technische Errungenschaft, 2002 – 2011), Phase II (klinische Errungenschaft, 2012 – 2014) und Phase III (nach der ersten Geburt, 2015 – 2018). Insgesamt wurden 81 Artikel aufgenommen. Die meisten Papiere wurden zur Phase III publiziert (65 %).
Es war zu lesen, dass dabei eine ethische Debatte um die Uterus-Tx entstanden ist. Denn wenn die Sicherheit bei dem Verfahren und die Effektivität und der wissenschaftliche Fortschritt offensichtlich werden, verlagert sich der Schwerpunkt der ethischen Diskussion auf sozioökonomische Herausforderungen und den „gerechten“ Zugang zur Uterus-Tx (für alle). Die Diskussion über diesen gerechten Zugang wurde zum am meisten diskutierten Prinzip in allen Phasen. NM
Quelle: Ngaage L M et al.: The changing paradigm of ethics in uterus transplantation: a systematic review. Transplant International 2020; 33: 260-9; doi: 10.1111/ tri.13548

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