Keimbahnmutationen | Arzt-Depesche 10/2019

Indikatoren genetischer Prädisposition für Krebs

Mutationen im Succinat-Dehydrogenase-Komplex (SDH) sind als ein Indikator für eine Prädisposition für das erbliche Paraglioma-pheochromocytoma Syndrom (FPG) sowie für gastrointestinale Stromatumoren (GIST) beschrieben. Nun wurden Krebspatienten auf das Vorkommen von Keimbahnmutationen im SDHA-Gen untersucht.
Insgesamt wurden bei 4.974 Patienten ca. 400 Krebsgene in Tumor- und dazugehörigem Normalblut sequenziert und verglichen. Bei sieben Patienten (0,2 %) wurden pathogene Keimbahnmutationen im SDHA-Gen detektiert, wobei 70 % dieser Patienten die regelmäßig wiederkehrende Nonsense-Mutation SDHA c.91C > T (p.Arg- 31Ter) aufwiesen. Unter den sieben Patienten waren zwei mit GIST und fünf entweder mit einem Neuroblastom, Darm-, Prostata-, Brust- oder Nierenzellkrebs diagnostiziert worden.
Bei einem der Patienten mit GIST wurde zusätzlich eine zweite somatische Missense- Mutation (SDHA p.S445L) nachgewiesen. Weiterhin zeigten zwei der sieben Patienten einen Allelverlust des SDHA auf Chromosom fünf (Neuroblastom, GIST). Bei den drei weiteren gefundenen Mutationen im SDHA-Gen handelte es sich um c.1141 C > G, c.1A > G (p.Met1Val) und bei zwei Patienten um eine Exon 1 bis 9 umfassende Deletion.
Die Autoren schlussfolgern, dass es sich bei GIST um einen SDHA-assoziierten Tumor handelt, und SDHA-Keimbahnmutationen als Driver-Mutationen bei Neuroblastom fungieren. GH

Quelle: Dubard G et al.: Germline SDHA mutations in children and adults with cancer. Cold Spring Harb Mol Case Stud 2018; 1; 4(4): a002584

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