Nierenzellkarzinom

Arzt-Depesche

Komorbidität im Blick behalten

In einer Pressekonferenz wurde auf die komplexen Herausforderungen bei der Behandlung multimorbider mRCC-Patienten eingegangen und auf die strikte Beachtung der Arzneimitteltherapiesicherheit sowie professionelles Medikations- und Nebenwirkungsmanagement hingewiesen.
Zum Zeitpunkt der Diagnose eines fortgeschrittenen und/oder metastasierten Nierenzellkarzinoms (mRCC) handelt es sich meist um ältere und multimorbide Patienten, bei welchen die Komorbidität ein entscheidender Faktor in der Therapie darstellt und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten berücksichtigt werden müssen. So umfasst der Komedikationsumfang für Begleiterkrankungen von Krebspatienten im Durchschnitt fünf Substanzen. In der Onkologie sind dabei 46 - 58 % der Patienten mindestens einer potentiellen Drug-Drug-Interaction (DDI) ausgesetzt und 16 - 34 % entwickeln eine DDI, die eine Intervention oder intensive Überwachung erfordert, fasste Prof. Axel Merseburger, Uniklinikum Schleswig-Holstein, zusammen. Dr. Hartmut Reinbold, Fachapotheker für Klinische Pharmazie, erklärte, dass die theoretisch auftretende Zahl von Interaktionen (i) von der Zahl der gleichzeitig verabreichten Arzneimittel (n) abhängt und sich mathematisch nach der Formel i=(n2-n)/2 errechnen lässt, was bei fünf gleichzeitig verabreichten Arzneimitteln (AM) immerhin schon zehn und bei acht AM 28 mögliche Interaktionen bedeutet. Somit ist eine strikte Beachtung der Arzneimittelsicherheit, ein professionelles Medikations- und Nebenwirkungsmanagement sowie ein engmaschiges Monitoring der Komorbidität notwendig. Eine Möglichkeit Nebenwirkungen in der Erstlinientherapie des mRCC zu minimieren, wäre, zugelassene Tyrosinkinase-Inhibitoren (TKI) des vaskulären endothelialen Wachstumsfaktor-Rezeptors (VEGFR-TKI) wie z.B. Tivozanib patientenindividuell einzusetzen. Tivozanib, ein VEGFR-TKI der dritten Generation, bietet durch seine hohe Bindungsselektivität und den damit weniger auftretenden Off-Target-Effekten durch Interaktion mit anderen zellulären Kinasen Vorteile in der Therapie multimorbider mRCC-Patienten. Dies belegen Ergebnisse einer Netzwerk-Metaanalyse, die zeigten, dass Tivozanib im Vergleich zu anderen VEGFR-TKI zu den geringsten Grad 3/4 Nebenwirkungen führt.
Quelle:

PRESSEKONFERENZ: "Augen auf bei der TKI*-Wahl: Mit Fotivda® der komplexen Herausforderung komorbider NZK**-Patienten begegnen", virtuell 20.April 2021, Veranstalter: EUSA Pharma GmbH; Tivozanib: Fotivda®

 

ICD-Codes: C64
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