Varia

Arzt-Depesche 8/2020

Kryokonservierung zum Erhalt der Fruchtbarkeit

In einer Untersuchung wurden die klinischen Erfahrungen und das Follow- up präsentiert, die bei Frauen nach Ovariengewebe-Kryokonservierung und späterer Autotransplantation gewonnen worden waren.
Die Überlebenswahrscheinlichkeit junger Frauen nach einer Krebsbehandlung hat sich erheblich verbessert. Der Erhalt der Fruchtbarkeit gilt bei diesen Frauen daher als wichtiger Aspekt der Lebensqualität. Bei vielen Krebsarten, aber auch benignen Erkrankungen wie Beta-Thalassämie oder Endometriose werden gonadotoxische Verfahren eingesetzt, die zu einer vorzeitigen ovariellen Insuffizienz (premature ovarian insufficiency, POI) führen können. Eine Option des Fertilitätserhalts ist die Ovariengewebe-Kryokonservierung (ovarian tissue cryoconservation, OTC). Insgesamt war bei 69 Frauen eine OTC durchgeführt worden. Ursache war die gonadotoxische Behandlung bei 81,1 % der Betroffenen mit einer malignen und 18,9 % mit einer benignen Erkrankung. Bei 39,2 % der Patientinnen war bekannt, dass diese Therapie zu einer POI geführt hatte. Fünfzehn Frauen gebaren 25 Kinder. In dieser Kohorte waren neun Autotransplantationen von kryokonserviertem Gewebe bei sieben Frauen (8,7 %) durchgeführt worden, wovon vier Frauen sechs Kinder gebaren. Das entspricht einer Lebendgeburtsrate von 57 %. Die niedrige Einsatzrate der erfolgreichen Autotransplantation deutet an, dass noch mehr Wissen über das Risiko einer POI gesammelt werden muss, um die OTC selektiver zu nutzen. VW
Quelle: Hoekman EJ et al.: Ovarian tissue cryopreservation: Low usage rates and high live-birth rate after transplantation. Acta Obstet Gynecol Scand 2020; 99: 213-21 doi: 10.1111/aogs.13735
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