Varia | Arzt-Depesche 5/2020

Metastasierungspotenzial: Mifepriston hemmt Ausbreitung von Krebszellen

In vitro kann Mifepriston die Migrations- un und Invasionsfähigkeit von Tumorzellen reduzieren, wie kanadische Forscher jetzt nachwiesen.
Die Forscher behandelten verschiedene Zelllinien aus Mamma-, Ovarial- und Prostatakarzinomen sowie Glioblastomen mit zytostatisch wirksamen Konzentrationen von Mifepriston. Mit Standardmethoden ließ sich in allen Zellkulturen eine deutlich verringerte Migrations- und Invasionsfähigkeit der Zellen nachweisen. Bestätigt und visualisiert wurde dies durch eine doppelte Fluoreszenzmarkierung des Zytoskeletts und der DNS (Desoxyribonukleinsäure) der Tumorzellen.
In früheren Studien hatte die gleiche Arbeitsgruppe bereits zeigen können, dass das Antigestagen Mifepriston die Morphologie, Proliferation und Adhäsionsfähigkeit der verwendeten Tumorzelllinien verändert. Diese Effekte, die nicht von der Anwesenheit von Progesteronrezeptoren abhängig waren, stellen vermutlich die Grundlage für die beeinträchtigte Ausbreitung der Krebszellen dar. Da die Migrations- und Invasionsfähigkeit wesentlich zu einem hohen Metastasierungspotenzial beitrugen, halten es die Studienautoren für denkbar, dass Mifepriston künftig auch in der Krebstherapie Verwendung finden könnte. CW
Quelle: Ritch SJ et al.: Advanced assessment of migration and invasion of cancer cells in response to mifepristone therapy using double fluorescence cytochemical labeling. BMC Cancer 2019; doi: 10.1186/s12885-019-5587-3

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