EGFR-Inhibitoren | Praxis-Depesche 4/2020

Nebenwirkungen Einhalt gebieten

Obwohl Patienten mit soliden Tumoren vom Einsatz der EGFR (epidermal growth factor receptor)-Inhibitoren stark profitieren, kann deren Effizienz durch auftretende hautspezifische Nebenwirkungen vermindert werden. Ergänzende Medikamente könnten hier Abhilfe schaffen.
Zwar bewirken EGFR-Inhibitoren nicht so schwere Nebenwirkungen wie Chemotherapie oder Bestrahlung, können aber zu kutanen Symptomen führen. Neueste Forschungsdaten weisen in Richtung einer ergänzenden Medikation, die diesen Nebenwirkungen entgegenwirkt. Unter Normalbedingungen ermöglicht EGFR die Heilung der Haut nach Austritt eines Haares durch die Hautbarriere. Bei Mäusen konnte gezeigt werden, dass durch Deletion von EGFR die durch Stammzellen bedingte Wundheilungsfähigkeit der Haut unterdrückt wurde. So fanden Forscher bei Mäusen ohne EGFR einen auffallend starken bakteriellen Befall der Haut und der Haarfollikel nach Haarausbruch vor. Zudem konnten sie beobachten, dass die Behandlung EGFR-defizienter Mäuse mit FGF7 (fibroblast growth factor 7) die Hautbarriere schützte und Infektionen verhinderte.
Interessanterweise findet Palifermin, ein auf FGF7-basierender humaner Keratinozyten- Wachstumsfaktor, schon Anwendung gegen Nebenwirkungen der Leukämietherapie. Gegebenenfalls könnte dieser also auch als Ergänzung zu EGFR-Inhibitoren therapeutisch eingesetzt werden. Letzteres sollte jedoch noch genauer evaluiert werden. GH
Quelle: Hampton T: New insight on preventing EGFR inhibitor-induced averse effffects. JAMA 2020; 323(9): 814. doi:10.1001/jama.2020.0812

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