Ponatinib bei Ph+ ALL | Arzt-Depesche

Nicht nur stark bei Rezidiven

45 bis 75% aller Patienten mit Philadelphia-Chromosom-positiver akuter lymphatischer Leukämie (Ph+ ALL) erleiden nach der Initialtherapie mit Tyrosinkinsae-Inhibitoren (TKI) der ersten oder zweiten Generation ein Rezidiv. Abhilfe kann in diesem Fall der pan-BCR-ABL-Inhibitor Ponatinib schaffen. Aktuelle Daten lassen auch auf eine hohe Wirksamkeit in der Erstlinientherapie schließen.

Den hohen Stellenwert des pan-BCR-ABL-Inhibitors Ponatinib (Iclusig®) in der Therapie der Ph+ ALL hob Prof. Gianantonio Rosti, Bologna, Italien, auf einer Veranstaltung von Incyte anlässlich des diesjährigen Kongresses der European Hematology Association (EHA) hervor. Als einziger TKI wirkt Ponatinib gegen die T315I-Mutation und gegen fast alle bekannten relevanten BCR-ABL-Einzelmutationen, die der Rezidivbildung meist zugrundeliegen. In Deutschland ist Ponatinib neben der chronisch myeloischen Leukämie (CML) für Patienten mit Ph+ ALL zugelassen, die eine T31FI-Mutation aufweisen oder bei Unverträglichkeit/Resistenz gegenüber Dasatinib, wenn Imatinib keine geeignete Option darstellt.

Seinen hohen Nutzen in der Therapie von refraktärer oder rezidivierter CML bzw. Ph+ ALL hat Ponatinib in der Phase-2-Studie PACE unter Beweis gestellt. Von den 32 eingeschlossenen Ph+ ALL-Patienten erreichten 41% in der Studie wieder eine chemo-hämatologische Remission (CHR). Das mediane Gesamtüberleben lag bei sieben Monaten, die Einjahres-Überlebensrate bei 33%.

Eine weitere Phase-2-Studie liefert erste Daten zur Erstlinientherapie der Ph+ ALL mit Ponatinib in Kombination mit hyperfraktioniertem Cyclophosphamid/Vincristin/Doxorubicin/Dexamethason (Hyper-CVAD). Im aktuellen Update der Studie erreichten alle 66 der so behandelten Patienten eine CHR, 98% eine komplette zytogenetische Remission, 97% eine gute und 77% eine komplette molekulare Remission. Letztere wurde im Schnitt bereits nach elf Wochen erreicht. Nach drei Jahren Therapie mit Ponatinib (Iclusig®) lagen das krankheitsfreie Überleben und das Gesamtüberleben bei 79 respektive 77%. OH

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