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Arzt-Depesche 1/2020

Rauchen ist ein Risikofaktor

Rauchen ist ein Risikofaktor für viele Malignome, insbesondere das Lungenkarzinom. Jetzt konnte in einer großen Metaanalyse gezeigt werden, dass bei aktuellen und Ex-Rauchern ein kausaler Zusammenhang mit der Manifestation einer AML besteht. Aber es gibt Unterschiede zwischen der kaukasischen und der asiatischen Rasse.
Die akute myeloische Leukämie (AML) ist eine multifaktorielle Erkrankung. Die Pathogenese ist komplex und bisher nicht vollkommen entschlüsselt, wobei verschiedene potenzielle Risikofaktoren eine Rolle spielen: Gene, Umweltfaktoren, Alter und Rasse. Epidemiologische Studien konnten zeigen, dass Rauchen, genauer gesagt die damit inhalierten Karzinogene, ebenfalls einen Risikofaktor darstellt und damit der Verzicht auf das Rauchen auch aus hämatoonkologischer Sicht eine sinnvolle Maßnahme zur Primärprävention der AML ist.
Der kausale Zusammenhang zwischen Rauchen und AML wurde jetzt im Rahmen einer großen Metaanalyse, in die die Daten aus 20 Studien von 7.538 AML-Patienten eingegangen sind und die mit denen von 137.924 Gesunden verglichen wurden, untersucht. Sowohl aktuelle Raucher (Odds Ratio [OR] 1,42; p = 0,392) als auch Ex-Raucher (OR 1,16; p = 0,036) zeigten ein erhöhtes Risiko für die Entstehung einer AML. Eine Subgruppenanalyse bzgl. Rasse ergab, dass ein solcher Zusammenhang aber nur bei kaukasischen Populationen, nicht aber bei asiatischen Populationen besteht. Bei den Hospital-basierten Auswertungen fand sich ein erhöhtes AML-Risiko nur bei aktuellen Rauchern, aber nicht bei Ex-Rauchern. Bei populationsbasierten Studien waren dagegen beide Gruppen – Ex- und aktuelle Raucher – gleichsam von dem erhöhten AML-Risiko betroffen. Dazu kommt, dass auch Rauchen in der Schwangerschaft das kindliche Risiko für eine AML erhöht. Über die genauen kausalen und ethnischen Zusammenhänge ist aber bisher nichts bekannt. PS
Quelle: H Shi et al.: Association between cigarette smoking and the susceptibility ... Eur Rev Med Pharmacol Sci. 2019;23(22):10049–10057. doi:10.26355/eurrev_ 201911_19572
ICD-Codes: C92.0
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