Palliativmedizin

Arzt-Depesche 2/2021

Rechtzeitig palliativ behandeln

In einer Studie kam man nun zu der Schlussfolgerung, dass in den Leitlinien (LL) des National Comprehensive Cancer Network® (NCCN) mehr Augenmerk auf den Zugang zur palliativen Behandlung (PB) und einen standardisierten Zeitpunkt der Überweisung dorthin gelegt werden sollte.
Durch Studiendaten ist belegt, dass die Integration der Palliativmedizin in die Krebsbehandlung neben der Verbesserung der Lebensqualität und Verlängerung des Überlebens auch zur Verringerung der Gesundheitskosten führt. Momentan variiert der Zeitpunkt der Überweisung zu einer PB sehr stark und ist oft verzögert. Eine Studie untersuchte nun 53 aktualisierte LL des NCCN auf die Häufigkeit der Erwähnung der Begriffe „Palliativbehandlung“ und „Hospizbetreuung“ sowie die Definition dieser Begriffe und den Zeitpunkt der empfohlenen Überweisung zu diesen Behandlungen. In den 37 LL für die Behandlung solider Tumoren und den 16 Leitlinien für hämatologische Erkrankungen wurde in 57 % eine PB erwähnt, während eine Hospizbetreuung in nur 8 % der LL für solide Tumoren und keiner derer für hämatologische Erkrankungen vorkam. Auch wurde eine PB viel öfter in Bezug auf die Behandlung solider Tumoren genannt als auf die der hämatologischen Krebserkrankungen. Auffallend war auch, dass bei einem Großteil der LL auf die NCCN-Leitlinien zur PB verwiesen wurde, aber in nur 17 % der LL eine Empfehlung für eine spezialisierte Palliativbehandlung zu finden war. Auch variierte der empfohlene Zeitpunkt für den Beginn einer PB stark zwischen den verschiedenen LL. Palliativmediziner wären mit ihren Erfahrungen und Erkenntnissen aber eine gute Verstärkung sowie Ergänzung für onkologische Behandlungsgremien. GH
Quelle: Mo L et al.: Recommendations for palliative nd hospice care in NCCN Guidelines for treatment of cancer. J Oncologist 2021; 26(1): 77–83
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