Kutanes Plattenepithelkarzinom

Arzt-Depesche

Risikofaktoren kennen und vermeiden

Der Zusammenhang zwischen aktinischer Keratose (AK) und der Entwicklung  eines kutanen Plattenepithelkarzinoms (cSCC) sowie, welche Risikofaktoren zur Entstehung eines solchen beitragen könnten, wurde nun in einer longitudinalen Kohortenstudie untersucht.
Bei der aktinischen Keratose (AK) handelt es sich um eine lichtbedingte Hautveränderung, die auch als aktinische Präkanzerose, solare Keratose oder auch Licht-Keratose bezeichnet wird. Nun wurden in einer über zehn Jahre andauernden Studie mit 220.236 Patiet:innen der Kaiser Permanente Kalifornien mit AK und eben so viel Kontrollpatient:innen die Inzidenzrate von kutanen Plattenepithelkarzinomen (cSCC) evaluiert. Es zeigte sich, dass das Risiko, ein cSCC zu entwickeln, bei vorliegender AK jedes Jahr um 1,92 % stieg, während dieser Anstieg in der Kontrollkohorte bei 0,83 % lag. So bestand z. B. in der Altersgruppe 18 bis 49 Jahren ein fast siebenfach höheres Risiko für die Entwicklung eines cSCC bei bestehender AK als ohne AK. Nach zehn Jahren betrug die kumulative Inzidenz eines cSCC 17,1 % bei Patient:innen mit AK im Vergleich zu 5,7 % in der Kontrollgruppe. Dabei ergab sich jedoch eine stärkere Assoziation zwischen dem Alter und dem Risiko für ein cSCC im Vergleich zu einer AK-Diagnose. Per se bestand zudem für ältere Personen ein höheres Risiko ein cSCC zu entwickeln. Als weitere Risikofaktoren für ein cSCC wurden ein weißer Hauttyp, Basaliom und männliches Geschlecht identifiziert. Interessanterweise konnte im Vergleich zu der Kohorte von 2008-2009 in der Kohorte von 2018-2019 eine Verringerung des Risikos für die Entstehung eines cSCC beobachtet werden, was wohl auf verbesserte Vorbeugemaßnahmen zurückzuführen ist.
Was es zu beachten gilt bei Sonnencreme
Zu Beginn der diesjährigen warmen Jahreszeit gab der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums Tipps zur richtigen Handhabung von Sonnencreme heraus. Bekanntermaßen gilt ultraviolette Strahlung durch intensive Sonnenbelastung als Hauptrisikofaktor für schwarzen sowie hellen Hautkrebs, der mit mehr als 200.000 Neuerkrankungen pro Jahr die häufigste Krebserkrankung in Deutschland darstellt. Wenn richtig genutzt bietet Sonnencreme ein gewisses Schutzpotenzial. So sollten Sonnenschutzmittel 30 Minuten vor dem Aufenthalt im Freien aufgetragen werden. Um die empfohlenen zwei Milligramm der Sonnencreme pro Quadratzentimeter Haut, was sich bei einem Erwachsenen auf vier gehäufte Esslöffel für den ganzen Körper summiert, entsprechend aufzutragen, sollte die Finger-Regel angewandt werden. Diese legt die Länge des Fingerendglieds („finger-tip“) eines Erwachsenen zugrunde, wovon eine zweieinhalbfache Menge auf Gesicht und Kopf, dreimal so viel auf jeden Arm, sechsmal so viel auf jedes Bein und die siebenfache Menge auf Oberkörper und Rücken appliziert werden sollte. Wichtig ist aber auch nach zu cremen, um die Wirksamkeit des Sonnenschutzmittels aufrechtzuerhalten. Nichtsdestotrotz können Sonnenschutzmittel die UV-Strahlung nicht komplett blockieren, weshalb zusätzliche UV-Schutzmaßnahmen angewandt werden sollten, wie Kleidung, Kopfbedeckung, Sonnenbrille und Aufenthalt im Schatten. Möchte man Sonnencremereste des Vorjahres nutzen, sollte man versuchen, Produkte ohne Octocrylen zu verwenden. In einer kürzlich durchgeführten Studie wurde in gealterten Octocrylen-haltigen Sonnschutzmitteln ein erhöhte Gehalte an Benzophenon nachgewiesen, was von der internationalen Krebsforschungsagentur der WHO (IARC) 2013 als möglicherweise krebserregend eingestuft wurde. (PRESSEINFORMATION: Sonnencreme – was ist zu beachten? 21. Mai 2021; Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums)
Quelle:

Madani S et al.: Ten-year follow-up of persons with sun-damaged skin associated with subsequent development of cSCC.
JAMA Dermatol 2021; 157(5): 559-65

 

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