Chronisch-entzündliche Hauterkrankungen

Praxis-Depesche 3-4/2021

Risikoverhalten für Kontaktdermatitis

Bei atopischer Dermatitis und Psoriasis ist die Schutzbarriere der Haut gestört. Dadurch wird die Aufnahme von Reizstoffen, Allergenen und Mikroben begünstigt. Doch welches Verhalten fördert die Entstehung einer zusätzlichen Kontaktdermatitis?
In 90 % der Fälle handelt es sich bei beruflichen Hauterkrankungen um eine Kontaktdermatitis. Eine spanische Studie setzte sich zum Ziel, Patient:innen mit Kontaktdermatitis, die gleichzeitig an einer atopischen Dermatitis oder Psoriasis leiden, auf Ähnlichkeiten oder Unterschiede im Kontaktverhalten zu prüfen.
Eingeschlossen waren 206 Patient:innen, davon 76 mit atopischer Dermatitis und 130 mit Psoriasis. Bei der Mehrheit der Teilnehmer mit atopischer Dermatitis handelte es sich um Büroangestellte, in der Psoriasis- Gruppe waren es Reinigungskräfte. In beiden Gruppen trat die Kontaktdermatitis bevorzugt an den Händen auf: Bei 43,4 % in der Neurodermitis-Gruppe, bei 77,7 % in der Psoriasis-Gruppe. Darüber hinaus hatten 23,7 % der Patient:innen mit atopischer Dermatitis eine Gesichtsbeteiligung, im Vergleich zu 5,4 % der Psoriasis-Patient:innen. Das häufigste klinisch relevante Allergen in beiden Gruppen war Nickelsulfat. Es wurden signifikante Assoziationen zwischen Nassarbeitsberufen und Psoriasis gefunden (angepasste Odds Ratio [OR] 2,4), zudem ein Zusammenhang von Gesichts- Kontaktdermatitis und atopischer Dermatitis (angepasste OR 0,2). Es zeigten sich keine Unterschiede zwischen den Gruppen für Patch-Testergebnisse. DM
Quelle: García-Souto F et al.: Long-lasting contact dermatitis in patients with atopic dermatitis ... Australas J Dermatol 2020; 61(4): 342-5
ICD-Codes: L20.9
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