Arzt-Depesche

Therapie, Supportivtherapie und Pflege

In einem gemeinsamen virtuellen Münchener-Fachpresse-Workshop von POMME-med und dpmed wurden aktuelle Daten zu Therapien des Ovarialkarzinoms sowie zur onkologischen Supportivtherapie präsentiert.

Nach einleitenden Worten zur Historie der onkologischen Supportivtherapie und des Fachpresse-Workshops stellte  Dr. Manfred Welslau, Aschaffenburg, einer der Initiatoren des seit dem 1. Mai 2020 laufenden Konsortialprojekt,   OncoCoaching  vor, welches als eines der Kernelemente in einer neuen Versorgungsform der ambulanten onkologischen Betreuung betrachtet werden kann. Dieses sieht vor, über regelmäßige zertifizierte Fortbildungsveranstaltungen  Pflegende zum OncoCoach weiterzubilden, welche dann die Patienten in Ergänzung zum therapieführenden Arzt in strukturierten und bedarfsorientierten Gesprächen durch die Therapie begleiten und diesen somit das Gefühl vermitteln, dass sie der Krankheit und Therapie nicht hilflos ausgeliefert sind.
In der folge fasste Dr. Beyhan Ataseven, Essen, relevante Neuigkeiten zum Ovarialkarzinom vom SGO (Society of Gynecologic Oncology)- und virtuellen ASCO(American Society of Clinical Oncology)-Kongress 2020 zusammen. Dazu zählten vielversprechende Daten zu verschiedenen Subgruppenanalysen aus bereits publizierten Studien zur Erstlinien-Erhaltungstherapie mit PARP-Inhibitoren. Studien zu Reziditherapien zeigten, dass Patientinnen von Rezidivoperation profitieren können. Daten zu Immuntherapien waren eher enttäuschend, so Ataseven.
Prof. Thomas Ostermann, Witten/Herdecke, stellte aktuelle Daten einer Metaanalyse zu einem fermentierten Mistelextract vor, die belegen, dass eine adjuvante Therapie mit diesem mit einem besseren Überleben verbunden sein kann.   
Über Neues zum Thema Supportivtherapie auf dem ASCO 2020 berichtete Prof.  Petra Feyer, Berlin. Sie verwies darauf, dass mit Hilfe der in aktuellen nationalen und internationalen Leitlinien empfohlenen Prophylaxe-Regimen sogar bei hoch emetogenen Chemotherapien (HEC) bei bis zu 75 % der Patienten Erbrechen vermieden werden könnte und diese damit als essentiell zu betrachten sein sollten. So verdeutlichen Daten der deutschen Beobachtungsstudie AKYPRO,  wie  gut eine leitliniengerechte Antiemese mit der Fix-Kombination aus dem NK1-RA (Neurokinin 1 receptor antagonist) Netupitant und dem 5-HT3-RA(5-Hydroxytryptamin-3-Rezeptor) Palonosetron (NEPA) im klinischen Alltag funktionieren kann. In Bezug auf die Chemotherapie -induzierte periphere Neuropathie (CIPN) erklärte Prof. Feyer darauf, dass es noch keine Möglichkeit der medikamentösen Prophylaxe von CIPN gibt, sich jedoch die Bewegungstherapie in diesem Zusammenhang gut bewährt hat und die Evidenz für sensomotorisches Training als Therapie zunehme. GH

 

Quelle:

WORKSHOP: Virtuelle Münchener Fachpresse-Workshop am 24. Juni 2020; Ggemeinsame Veranstaltung der POMME-med und dpmed

 

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