Varia | Arzt-Depesche 9/2020

Trunkuläre Akne

In einem Übersichtsartikel wurde der aktuelle Wissensstand über trunkuläre Akne bezüglich Prävalenz, Ätiologie und Physiopathologie zusammengefasst, um somit Wege zur Verbesserung der Diagnose und für eine zielgerichtete Behandlung dieser Hauterkrankung aufzuzeigen.
Als trunkuläre Akne bezeichnet man eine Akne vulgaris, die sich vor allem auf Brust und/oder Rücken manifestiert. Aktuell ist noch wenig bekannt über trunkuläre Akne (TA), was dazu führt, dass diese in der dermatologischen Praxis oft übersehen wird, obwohl diese zu Narben und auch psychischen Folgeerkrankungen führen kann. Umso wichtiger ist es, diese frühzeitig zu identifizieren und zu behandeln, um eine Verschlechterung des Zustands zu verhindern.
Der Entzündungsmechanismus der TA ähnelt der der Gesichtsakne, dominiert vom Verlust der Vielfalt des Mikrobioms, der mit Cutibacterium acnes angereichert ist. Trotzdem unterscheidet sich das klinische Bild und das Ansprechen auf die Behandlung zwischen beiden Aknetypen. Als Auslöser von AT wurden die Ernährung, Proteinergänzungsmittel, Kleidung, klimatische Bedingungen, Schweiß, Hormonbehandlungen und mechanische Faktoren beschrieben. Bei der Diagnose sollte man darauf achten, die TA von Pityrosporum-Follikulitis (PF), Hidradenitis suppurativa (HS) und von durch Medikamente induzierter Akne zu unterscheiden.
Noch sind keine spezifischen Tools zur Einstufung des Schweregrads sowie keine spezifischen Behandlungsalgorithmen für TA verfügbar, sodass diese ähnlich wie Gesichtsakne behandelt wird, was nicht selten zur Verringerung der Behandlungsadhärenz führt. Diese Lücke zu füllen, sollte es Ärzten ermöglichen, TA besser zu erkennen, den Schweregrad genauer zu bestimmen und eine entsprechende Behandlung initieren zu können. GH
Quelle: Poli F et al.: Truncal acne, what do we know? J Eur Acad Dermatol Venereol 2020; 34(10): 2241-6
ICD-Codes: L70.9

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