Med-Info

Arzt-Depesche 2/2021

Zervixkarzinom-Selbsttest von zu Hause

Viele Frauen, die an Gebärmutterhalskrebs erkranken, hatten unregelmäßig an Vorsorgeuntersuchungen teilgenommen. Um auch diese Personen in Zukunft zu erreichen, wurde in einer Studie der Medizinischen Hochschule Hannover und des Biotechnologieunternehmens oncgnostics GmbH ein Selbsttest geprüft. Hierzu nahmen 87 Patientinnen der Hannoveraner Kolposkopie-Klinik jeweils mithilfe des Evalyn-Brush einen Abstrich bei sich selbst vor, während eine gynäkologische Fachkraft anschließend einen weiteren Abstrich durchführte. Diese Proben wurden im ersten Schritt auf vorliegende HPV-Infektionen getestet und in einem zweiten mittels Gyn- Tect® untersucht, der basierend auf sechs spezifischen Methylierungsmarkern die Spezifität der Testung erhöht. Während bei 95,5 % der Selbstabstriche das Ergebnis der HPV-Tests mit denen der Proben übereinstimmte, die vom ärztlichen Personal entnommen worden waren, war diese Übereinstimmung beim GynTect® mit einem Kappa-Wert von 0,394 niedriger. So wurde mit dem GynTect® bei den Selbsttests eine Sensitivität für den Nachweis von zervikalen intraepithelialen Neoplasien Grad 2 und höher von 26,2 % und eine Spezifität von 95,6 % erreicht, im Vergleich zu einer Sensitivität von 45,5 % und Spezifität von 78,3 % bei den durch Fachpersonal entnommenen Proben. Die Studienergebnisse deuten darauf hin, dass Krebsvorstufen sowie -erkrankungen auch mit eigenständig genommenen Proben nachgewiesen werden können, diese Methode jedoch noch weiter optimiert werden muss, um die Trefferquote zu erhöhen.
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