Onkologie

Fortgeschrittenes NSCLC
Atezolizumab eröffnet neue Therapiemöglichkeiten

Seit September 2017 ist der PD-L1-Inhibitor Atezolizumab zur Behandlung von Patienten mit fortgeschrittenem nicht-plattenepithelialem nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) verfügbar. Atezolizumab führte in Studien unabhängig vom PD-L1-Status zu einem signifikanten Überlebensvorteil. Erste Daten von Kombinationstherapien mit Atezolizumab sind ebenfalls vielversprechend.

Quelle: Symposium:
„Gegenwart und Zukunft der Krebsimmuntherapie beim NSCLC“, Dresden, 16.3.2018, Veranstalter: Roche Pharma
Azetolizumab: Tecentriq®

Die Dritte Seite
Wann berufliches Pendeln vor Krebs schützt

Dass Bewegung und Sport zahlreiche gesundheitsfördernde Wirkungen hat, ist allgemein bekannt. Auch dass körperliche Aktivität einen gewissen Einfluss auf onkologische Erkrankungen haben kann, ist nicht neu. Jetzt untersuchten Forscher aber en detail, welche Modalitäten des beruflichen Pendelns mit Malignomen assoziiert ist. Das Ergebnis: Wer Fahrrad fährt, gewinnt ....

Quelle: Celis-Morales Ca et al.: Association between active commuting and incident cardiovascular disease, cancer, and mortality: prospective cohort study. BMJ 2017; 357: j1456

Die Dritte Seite
Hochmut kommt vor dem Fall? Nicht im echten Leben!

„Contritionem praecedit superbia et ante ruinam exaltatur spiritus.“ Übersetzt bedeutet dieser Spruch aus dem Buch der Sprüche von Salomon ( Kapitel 16, Vers 18): „Wer zu Grunde gehen soll, der wird zuvor stolz; und Hochmut kommt vor dem Fall.“ Ob Hochmut wirklich vor dem Fall kommt, ob also ältere Menschen mit mehr Stolz auch häufiger fallen, untersuchte nun eine Studie aus England.

Biosimilar zu Rituximab
Bioäquivalenz bei Follikulärem Lymphom bestätigt

Das Rituximab-Biosimilar GP2013 ist seit Juni 2017 in allen Indikationen des Referenzpräparates zugelassen.  Dazu zählen neben der rheumatoiden Arthritis die chronische lymphatische Leukämie (CLL) und Non-Hodgkin-Lymphome (NHL).

Quelle: Symposium:
„Erste Erfahrungen mit Rituximab Biosimilars in der Versorgung von NHL Patienten“, im Rahmen des 33. Deutschen Krebskongresses (DKK), Berlin, 23.2.2018, Veranstalter: Hexal
Rituximab-Biosimilar (GP2013): Rixathon®

Metastasiertes Nierenzellkarzinom
Cabotantinib überwindet Resistenzbildung

Die Einführung von VEGF-Inhibitoren hat die Therapie des fortgeschrittenen Nierenzellkarzinoms (mRCC) erheblich verbessert. Weitere Vorteile soll nun Cabozantinib bringen. Der Tyrosinkinase-Inhibitor hemmt neben den VEGF-Rezeptoren auch die Rezeptoren MET und AXL und kann dadurch Resistenzbildungen überwinden.

Quelle: Symposium:
„Das mRCC im Licht neuer Therapieoptionen“, Berlin, 23.2.2018, Veranstalter: Ipsen
Cabozantinib: Cabometyx®

Sicherheit von Edoxaban bei Krebspatienten bestätigt

Die Sicherheit von Edoxaban (Lixiana®) gegenüber niedrigmolekularen Heparinen (LMWH) in der Behandlung von VTE bei Krebs­patienten wurde nun erstmals in der randomisierten klinischen Studie Hokusai VTE Cancer untersucht. Die Ergebnisse wurden auf dem diesjährigen Kongress der ...

Varia
Glioblastom: Überleben verlängern mit Tumortherapiefeldern

Die jährliche Inzidenz des Glioblastoms, dem häufigsten aggressiven primären Hirntumor, beträgt 3,2 pro 100 000. Nur einer von vier Betroffenen lebt zwei Jahre nach Diagnose noch, und nach fünf Jahren sind es nur noch 5 bis 10%. Bislang bestand der Therapiestandard in der Tumorresektion, gefolgt von einer kombinierten Radio-/Chemotherapie mit Temozolomid und anschließender Temozolomid-Erhaltungstherapie. Nun zeigte eine in JAMA hochrangig publizierte Studie, dass die zusätzliche Therapie mit Tumortherapiefeldern (TTFields) das progressionsfreie und das Gesamtüberleben signifikant verlängern kann. Bei dieser Therapie werden elektrische Wechselfelder nicht-invasiv lokal-kranial appliziert, die auf die maligne entarteten Zellen im Gehirn eine anti-proliferative Wirkung haben.

Quelle: Stupp R et al.: Effect of tumor-treating fields plus maintenance ... JAMA 2017; 318(23): 2306-16

Gastroenterologie
Screening-Koloskopie lohnt sich auch rechts

Obwohl sie bei der Darmkrebsvorsorge ständig zum Einsatz kommt, ist die Effektivität der Screening-Koloskopie umstritten. Vor allem ihr Nutzen in der Karzinomdetektion im rechtsseitigen Kolon wird oft infrage gestellt. Neue Daten geben dem Verfahren aber nun Rückendeckung.

Quelle: Doubeni CA et al.: Effectiveness of screening colonoscopy in ... Gut 2018; 67: 291-8

Supportive & palliative Medizin
CIPN trifft Adipöse besonders hart

Ein Großteil aller Krebspatienten leidet an Chemotherapie-induzierter peripherer Neuropathie (CIPN), und viele Krebspatienten sind übergewichtig. Wie sehr eine Adipositas die CIPN-Schmerzen und die dadurch verursachte Belastung beeinflusst, ist bisher jedoch kaum erforscht. Aufschluss geben nun Daten aus den USA.

Quelle: Cox-Martin E et al.: Disease burden and pain in obese cancer patients with chemotherapy- induced peripheral neuropathy. Support Care Cancer 2017; 25(6): 1873-9

Gastroenterologie
Erhöhtes Darmkrebsrisiko durch Salmonellen

Man schätzt, dass etwa 20% aller Krebserkrankungen mit Infektionen in Zusammenhang stehen. Dabei denkt man vor allem an Viren, weniger an Bakterien. Das sollte man aber, denn ähnlich wie Helicobacter pylori kann auch Salmonella enteritidis die Krebsentwicklung antreiben – nur eben im Darm statt im Magen.

Quelle: Mughini-Gras L at al.: Increased colon cancer risk after severe Salmonella ... PLoS One 2018; 17: 13

Gastroenterologie
Gastritis oder Karzinom? Zwei Formen gastraler Dysbiose

Dass eine gestörte Bakterienflora eng mit dem Entstehen von Entzündungsund Krebserkrankungen verbunden ist, gilt auch für den Magen. Dabei kommen bei einer Gastritis und bei einem Magenkarzinom unterschiedliche Bakterien zum Tragen.

Quelle: Ferreira RM et al.: Gastric microbial community profiling relveals a dysbiotic cancer- associated microbiota. Gut 2018; 67: 226-36

Urologie
Prostatakarzinom – Abirateron bessert die Prognose

Eine etablierte Indikation für Abirateron, einen Inhibitor der endogenen Androgen-Synthese, ist das kastrationsresistente metastasierte Prostata- Karzinom. Nun wurde es auch bei Kastrations-Sensitivität getestet.

Quelle: Fizazi K et al.: Abiraterone plus prednisone in metastatic, castration-sensitive prostate cancer. N Engl J Med 2017; 377: 352-60

Hämatologie & Lymphome
IFGN: Neuer Marker für Behandlungserfolg

Die Hemmung von Immun-Checkpoint-Inhibitoren hat sich zu einem validen Therapieprinzip bei verschiedenen Malignomen entwickelt. Die Erfolgsraten sind aber sehr variabel. Kann man sie mit biologischen Markern abschätzen?

Quelle: Karachaliou N et al.: Interferon gamma, an important marker of response to immune checkpoint blockade in non-small ... Ther Adv Med Oncol 2018; 10: 1-23. doi: 10.1177/1758834017749748

Hämatologie & Lymphome
Überschreiten die Kosten eine rote Linie?

2017 erteilte die amerikanische FDA die Zulassung der Substanz Tisagenlecleucel für die Behandlung junger Patienten mit ALL. Listenpreis der Therapie: 475 000 US$!

Quelle: Bach PB et al.: FDA approval of tisagenlecleucel. Promise and ... JAMA 2017; 318: 1861-2

Urologie
Low-risk-Blasen-Ca: Überwachung ist eine Therapie-Option

Blasenkrebs manifestiert sich oft in einer wenig aggressiven Form ohne Muskelinvasion (NMIBC). Als Standardtherapie gilt die transurethrale Resektion (TURBT). Dies kann aber eine Übertherapie sein.

Quelle: Hurle R et al.: Active surveillance for low risk nonmuscle invasive bladder cancer: a confirmatory and resource consumption study from the BIAS project. J Urol 2018; 199: 401-6

Urologie
Glomerulonephritis ist (fast immer) ein Malignom-Risiko

Es ist schon länger bekannt, dass bei Patienten mit Glomerulonephritis (GN) das Krebsrisiko erhöht ist. Unklar ist, welche GN-Formen dabei maßgeblich sind und welches Ausmaß der Effekt hat.

Quelle: Heaf JG et al.: Quantification of cancer risk in glomerulonephritis. BMC Nephrol 2018; 19: 27; doi: 10.1186/s12882-018-0828-2

Varia
Kinder mit Krebs: Wie die eGFR berechnen?

Eine genaue Bestimmung der berechneten glom. Filtrationsrate (eGFR) ist insbesondere bei Kindern wichtig, die wegen eines Tumors potenziell nephrotoxische Medikamente erhalten.

Quelle: Jeong T-D et al.: Evaluation of the 1B equation to estimate glomerular filtration rate in pediatric patients ... Ann Lab Med 2018; 38, 261-5

Schmerztherapie
Tumordurchbruchschmerzen: Fentanyl-Buccaltabletten

Tumordurchbruchschmerzen schränken viele Krebspatienten stark ein. Sie entstehen trotz einer in der Regel ausreichend wirksamen kontinuierlichen Opioid-Schmerztherapie meistens innerhalb eines kurzen Zeitraumes. Wie gut sich derartige plötzliche Schmerzepisoden mit dem Opioid Fentanyl in der klinischen Praxis in den Griff bekommen lassen, wenn es als Buccaltablette verabreicht wird, haben nun Ärzte aus Österreich und Deutschland untersucht.

Quelle: Masel EK et al.: Fentanyl buccal tablet for breakthrough cancer pain in clinical practice: results of the non-interventional prospective study ErkentNIS. Support Care Cancer 2018; 26: 491-7

Gynäkologie
Hormonsensitives Mamma-Karzinom: Was ist mit perimenopausalen Frauen?

In Studien mit Aromatase-Inhibitoren und Tamoxifen wird standardmäßig zwischen prä- und postmenopausalen Frauen unterschieden. Weil die menopausale Transition jedoch ein Prozess ist, der einige Jahre dauert, wollten niederländische Forscher wissen, welche der beiden Therapieoptionen für Frauen in dieser Phase die bessere ist.

Quelle: Dackus GMHE et al.: Optimal adjuvant endocrine treatment of ... Eur Cancer J 2018; 90: 92-104

Schmerztherapie
Steroide gegen Tumorschmerzen: Studienrekrutierung schwierig

Kortikosteroide sind ein fester Bestandteil der Schmerztherapie bei Tumorpatienten. Gemäß einer Cochrane-Analyse aus dem Jahr 2015 ist die wissenschaftliche Evidenz für diese Indikation allerdings schwach. Eine Studie sollte nun klären, inwiefern große randomisierte Untersuchungen zu dieser Fragestellung möglich sind.

Quelle: Ashar et al.: Corticosteroids as co-analgesics with opioids for cancer-related pain: a feasibility study. J Pain Symptom Manage 2017; 54(6): e1-e2. doi: 10.1016/j. jpainsymman.2017.09.009

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