Onkologie

Mehr Aufklärung zu Gebärmutterhalskrebs

Den Januar erklärte der amerikanische Kongress zum Monat zur Förderung des Bewusstseins für Gebärmutterhalskrebs, und gab damit den Startschuss für zahlreiche weltweite Aufklärungskampagnen. Diese sollen nun mehr Frauen zur Vorsorgeuntersuchung ­motivieren.

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Neue Leitlinien zum Anämie-Management
Weniger transfundieren!

Ein Leitlinien-Update bringt Veränderung in das Anämie-Management. Im Fokus steht dabei eine Neubewertung von Erythropoese stimulierenden Substanzen (ESA) sowie eine Mahnung zur  Vorsicht beim Einsatz von Erythrozytenkonzentraten.

Quelle: Fachpressekonferenz:

„Neubewertung des Anämie- und Blutmanagements: Aktuelle Publikation gibt Orientierung“, Frankfurt am Main, 6.12.2017, Veranstalter: Hexal-Chemie
Epoetin alfa Hexal®

Ovarialkarzinom
Neuer PARP-Inhibitor Niraparib zugelassen

Im November 2017 erhielt Niraparib die EU-Zulassung für die Erhaltungstherapie bei Patientinnen mit rezidivierendem Platin-sensitiven gering differenzierten serösen Karzinom der Ovarien, Tuben oder mit primärer Peritonealkarzinose, die sich nach einer Platin-basierten Chemotherapie in Remission befinden. Niraparib ist der erste PARP-Inhibitor, der unabhängig vom BRCA-Status eingesetzt werden kann.

Quelle: Fachpressekonferenz:
„Pressekonferenz zur Markteinführung von Zejula®“, München, 28.11.2017, Veranstalter: Tesaro Bio
Niraparib: Zejula®

Urologie & Nephrologie
Tivozanib in Erstlinie bei Nierenzellkarzinom

Gute Neuigkeiten für die Therapie des fortgeschrittenen Nierenzellkarzinom. Gegen die oft schwer zu behandelnde Erkrankung steht seit Anfang November der VEGFR-TKI Tivozanib als Erstlinienoption zur Verfügung.

Quelle: Fachpressekonferenz:
„Tivozanib – Ein neuer Standard in der mRCC-Therapie“, München, 25.10.2017, Veranstalter: EUSA Pharma
Tivozanib: Fotivda®

Incyte verstärkt Entwicklung neuer onkologischer Therapien

Das globale Unternehmen Incyte verstärkt seine klinischen Entwicklungsaktivitäten in Deutschland. In Zusammenarbeit mit Universitäts- und Forschungseinrichtungen sollen in Deutschland mehr als 20 geplante oder bereits rekrutierende klinische Studien stattfinden. Das Produktportfolio ...

Erschreckendes Ergebnis einer ESMO-Umfrage
Burnout bei jungen Onkologen extrem häufig

Burnout von den Arbeitnehmern ist in der heute mehr und mehr arbeitsverdichteten Welt ein zunehmendes Problem. Jetzt untersuchte die ESMO (European Society for Medical Oncology), wie häufig Burnout bei jungen medizinischen Onkologen in Europa tatsächlich ist. Das Ergebnis erschreckt.

Quelle: Banerjee S et al.: Professional burnout in European young medical ... Ann Oncol 2017; 28: 1590-6

Bei onkologischen Patienten häufig übersehen
Endokrine paraneoplastische Syndrome

Meistens verursachen Tumoren Symptome durch lokale Verdrängung oder Metastasen. Manchmal erlangen Krebszellen – auch wenn sie gar keine endokrine Differenzierung aufweisen – im Verlauf ihrer Entwicklung aber auch die Fähigkeit, bioaktive Substanzen zu sezernieren oder immunologische Kreuzreaktivität zu induzieren. Die daraus entstehenden Symptome nennt man „endokrine paraneoplastische Syndrome“ (PNS).

Quelle: Dimitriadis GK et al.: Paraneoplastic endocrine syndromes. Endocr Relat Cancer 2017; 24: R173-R190

Supportive & Palliative Medizin
Neues Add-on mindert Karzinoid-Syndrom-bedingte Diarrhö

Zwar hat sich die Prognose von Patienten mit neuroendokrinen Tumoren (NET) in den letzten Jahren erheblich verbessert, doch leiden die Betroffenen oft an den typischen Symptomen des Karzinoid-Syndroms, allen voran an Diarrhö. Mit einer neuen Add-on-Therapie mit Telotristatethyl lässt sich die Lebensqualität von Patienten mit komplexer Symptomatik verbessern.

Quelle: Fachpressekonferenz:
„Xermelo® (Telotristatethyl) – mehr Über-Lebensqualität für Menschen mit Karzinoid-Syndrom-bedingter Diarrhö“, Frankfurt a. M., 18.10.2017, Veranstalter: Ipsen
Telotristatethyl: Xermelo®

Tragödien und Chancen
Die Geschichte der CAR-T-Therapie

Auf der CAR-T-Therapie liegen große Hoffnungen – viele Onkologen sagen ihr eine rosige Zukunft voraus. Der Weg hin zu der Therapie, bei der Patienten-eigene T-Zellen genetisch verändert und reinfundiert werden, war allerdings rein von Zufällen geprägt.

Quelle: Rosenbaum L: Tragedy, perseverance, and chance – the history of CAR-T therapy. N Engl J Med 2017; 377: 1313-5

Follikuläres Lymphom
Neuer Antikörper für die First-line-Therapie?

Seit Einführung des Rituximab-beinhaltenden Erstlinien-Therapieregimes bei follikulärem Lymphom haben sich die Überlebensraten der Patienten deutlich verbessert. Nun prüften Forscher, ob man mit dem CD20-Antikörper Obinutuzumab noch bessere Erfolge erzielen kann.

Quelle: Marcus R et al.: Obinutuzumab for the first-line treatment of follicular lymphoma. N Engl J Med 2017; 377(14): 1331-44

Anti-Tumor-Effekt
Metformin wirkt (nicht immer)

Es ist bekannt, dass Diabetiker, die Metformin nehmen, ein vermindertes Krebsrisiko haben; und falls Krebs auftritt, ist die Prognose besser. Das gilt zumindest für solide Tumoren. Bei Blutkrebs wie akuter myeloischer Leukämie (AML) ist die Sachlage unklar.

Quelle: Caecareagnu AC et al.: Missing the benefit of metformin in acute myeloid leukemia: a problem of contrast? J Res Pharm Pract 2017; 6: 145-50

Fortgeschrittenes Melanom
Eine potente „biologische" Kombination

Die Entwicklung antineoplastischer zielgerichteter Wirkstoffe hat in jüngster Zeit erhebliche Fortschritte gemacht. Damit ist man auch gegen ein fortgeschrittenes malignes Melanom nicht mehr machtlos.

Quelle: Wolchok JD et al.: Overall survival with combined nivolumab and ipilimumab in advanced melanoma. N Engl J Med 2017; 377: 1345-56

Seltene Erkrankungen
Neue Therapie bei akuter myeloischer Leukämie

Mit der Zulassung von Midostaurin bei der neu diagnostizierten FLT3-positiven AML steht in dieser Indikation die erste zielgerichtete und lebensverlängernde Therapie zur Verfügung. Der Multikinasen-Inhibitor wurde außerdem zur Therapie bei systemischen Mastozytosen zugelassen.

Quelle: Fachpressekonferenz:

„Rydapt® (Midostaurin) – Erste zielgerichtete Therapieoption bei neu diagnostizierter FLT3-positiver AML und bei advSM“, München, 19.10. 2017, Veranstalter: Novartis

Midostaurin: Rydapt®

Gastroenterologie
Leberzellkarzinom: Neue Sequenztherapie Sorafenib-Regorafenib

Der Mutli-Kinase-Inhibitor Sorafenib ist das einzige zugelassene Medikament zur Erstlinientherapie des hepatozellulären Karzinoms (HCC). Für Patienten, die unter Sorafenib progredient werden, ist mit dem seit August zugelassenen Multi-Kinase-Inhibitor Regorafenib erstmals eine systemische Therapie für die Zweitlinie verfügbar. Mit der nun möglichen Sequenztherapie Sorafenib-Regorafenib kann das Überleben der Patienten signifikant gesteigert werden.

Quelle: Fachpressekonferenz:
„Fortschritte in der Behandlung des Leberzellkarzinoms – von der Sequenztherapie bis zur personalisierten Medizin“, Stuttgart, 29.9.2017, Veranstalter: Bayer
 

Risiko für und bei Krebs
Bewegung bessert die Prognose

Körperliche Aktivität gehört bekanntermaßen zu den Lebensstil-Faktoren, die das Krebrisiko reduzieren; auch der Verlauf bei etablierten Malignomen wird positiv beeinflusst. Wie kommt dieser Effekt zustande?

Quelle: Thomas RJ et al.: Exercise-induced biochemical changes and ... Br J Sports Med 2017; 51: 640-4

Mantelzell-Lymphom
Man kann die Remission verlängern

Das Mantelzell-Lymphom macht etwa 6% aller Non-Hodgkin-Lymphome Erwachsener aus und gilt als nicht heilbar. Man bemüht sich aber, die Remissionen nach Therapie zu verlängern.

Quelle: Le Gouill S et al.: Rituximab after autologous stem-cell transplantation in mantle-cell lymphoma. N Engl J Med 2017; 377: 1250-60

Atemwege
Pembrolizumab in Erstlinie bei NSCLC

Die Therapie des metastasierten nicht-kleinzelligen Lungenkarzinoms (NSCLC) ist im Wandel. Denn für NSCLC-Patienten mit PD-L1 expremierenden Tumoren steht mit Pembrolizumab der erste PD-1-Inhibitor als Monotherapie in Erstlinie zur Verfügung. Dies bedeutet, das nun auch Patienten ohne chemotherapeutische Vorbehandlung von der immunonkologischen Therapie profitieren können.

Quelle: Symposium:
„Der neue Weg: Personalisierte Immunonkologie“, im Rahmen des DGHO-Kongresses 2017, Stuttgart, 1.10.2017, Veranstalter: MSD
Pembrolizumab: Keytruda®

Adjuvante Therapie bei HER2+ Mamma-Ca
Weniger Rezidive, längeres Überleben

Dank zielgerichteter Therapien sind die Überlebenschancen von Patientinnen mitHER2-positivem Brustkrebs deutlich angestiegen. Mithilfe einer adjuvanten Therapie lassen sich die Chancen noch weiter verbessern.

Quelle: Symposium:
„Optimierte Therapie des Mammakarzinoms“, im Rahmen des DGHO-Kongress 2017, Stuttgart, 29.9.2017, Veranstalter: Roche Pharma
Pertuzumab: Perjeta®,
Trastuzumab Emtansin: Kadcyla®

INTERVIEW
Big Data, die sektorale Trennung und der Leuchtturm für klinische Forschung

Arzt Depesche Onkologie: Blicken wir in die Vergangenheit der Onkologie. Welches waren aus Ihrer Sicht die größten medizinischen Fortschritte der letzten zehn Jahre?

Prof. Dr. med. Michael Hallek Direktor der Klinik I für Innere Medizin an der Uniklinik Köln:
 
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Interview
Off-label-drugs „for free" – Arzt-Qualifizierung zur Therapie – Krebs als chronische Krankheit
Arzt Depesche Onkologie:
Was sind für Sie die wichtigsten Entwicklungen bei medikamentösen Therapien in der Onkologie in den letzten Jahren?
 
Prof. Dr. med. Carsten Bokemeyer Direktor der II. Medizinischen Klinik des Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf:
Hier
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