Hämatologie & Lymphome

Arzt-Depesche 4/2019

AML: Welche Prognosemarker nützen?

Der Nachweis einer molekularen minimalen Resterkrankung (MRD) bei AML-Patienten (AML: akute myeloische Leukämie) in kompletter Remission ist ein signifikanter, unabhängiger Prognosefaktor. Persistierende Mutationen, die mit einer klonalen Hämatopoese in Zusammenhang stehen, zeigten keinen prognostischen Effekt.
In einer Studie mit 482 erwachsenen AML-Patienten wurden bei Diagnosestellung sowie nach der Induktionstherapie unter kompletter Remission ein Next-Generation-Sequencing (NGS) durchgeführt. Der primäre Endpunkt waren die Rückfallrate, rückfallfreies Überleben und das Gesamtüberleben (OS) nach vier Jahren.
Im Ergebnis wiesen 89,2 % der Patienten bei Diagnosestellung wenigstens eine Mutation auf. Die Mutationen persistierten bei 51,4 % dieser Patienten während der Komplettremission. Persistierende Mutationen von DNMT3A, TET2 und ASXL1 (sogenannte DTA-Mutationen) korrelierten nicht mit erhöhten Rückfallraten. Nach Ausschluss der DTA-Mutationen wurde ein signifikanter prognostischer Effekt der molekularen MRD festgestellt: 55,4 % der Patienten mit MRD versus 31,9 % der Patienten ohne MRD waren nach vier Jahren rezidiviert (Hazard ratio, HR 2,14; p < 0,001). Rückfallfrei überlebten 36,6 % versus 58,1 % der Patienten vier Jahre (HR 1,92; p < 0,001) und die Vierjahres-OS-Rate betrug 41,9 % versus 66,1 % (HR 2,06; p < 0,001). Die meisten Rückfälle traten bei AML-Patienten innerhalb von vier Jahren auf.
Mit einer Nachbeobachtungszeit von 40 Monaten scheinen die DTA-Mutationen keinen Einfluss auf einen Rückfall zu haben. SI
Quelle: Jongen-Lavrencic M et al.: Molecular minimal residual disease .... N Engl J Med 2018; 378: 1189-1199
ICD-Codes: C92.0
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