Tonsillektomie | Arzt-Depesche 6/2015

Auch gut gegen Asthma

Obstruktive Schlafapnoe in der Kindheit ist oft mit Asthma assoziiert und kann mit einer Adenotonsillektomie behandelt werden. Der Eingriff kann auch die Asthma-Kontrolle verbessern.

Sowohl obstruktive Schlafapnoe (OSA) als auch Asthma gehen auf eine Entzündung der Atemwege zurück. Bei OSA wird die Hypertrophie des adenotonsillären Gewebes der oberen Atemwege mit einer Adenotonsillektomie (AT) behandelt. Ob dadurch auch das Asthma besser wird, untersuchten Forscher nun an Daten von über 13 500 Kindern zwischen drei und 17 Jahren, die eine Asthma- Diagnose aufwiesen und eine Adenotonsillektomie erhielten. Ein Jahr vor und nach dem Eingriff verglich man das Auftreten akuter Asthma-Exazerbationen und von akutem Status asthmaticus. Als Vergleichsgruppe mit natürlichem Asthmaverlauf dienten etwa 27 000 altersgleiche asthmatische Kinder aus der gleichen Wohngegend ohne AT.
Verglichen mit dem Zustand vor der OP reduzierte eine AT die Exazerbationen um 30,2% und Status asthmaticus um 37,9% (jeweils p<0,0001). Außerdem sanken nach dem Eingriff die Zahlen Asthma-bedingter Notaufnahmen und Hospitalisierungen um 25,6 bzw. 35,8% (p<0,0001 bzw. p=0,02). Darüber hinaus verringerte eine AT den Bedarf an Asthmamedikamenten um 13,4 bis 23,7% (jeweils p<0,001). Der Zustand der asthmatischen Kinder ohne AT verbesserte sich hingegen kaum.
Die Autoren gehen davon aus, dass die AT bei den Patienten hauptsächlich wegen OSA durchgeführt wurde. Der Eingriff verbesserte die Asthma-Kontrolle auf ein mit der Kontrollgruppe vergleichbares Niveau. Das bestätigt, dass eine OSA eine zugrunde liegende Asthma-Erkrankung bei Kindern verschlechtern und eine AT folglich auch der Asthma- Kontrolle zu Gute kommen kann. OH

Quelle:

Bhattacharjee R et al.: Association of adeno - tonsillectomy with asthma outcomes in children: a longitudinal database analysis. PLoS Med 2014; 11(11): e1001753

ICD-Codes: G47.31

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