Ösophaguskarzinom | Arzt-Depesche 11/2018

Biomarker dringend gesucht

Ein Ösophaguskarzinom wird meist erst in einem späten Stadium erkannt, weil es sich anfangs nicht eindeutig bemerkbar macht. Die Situation könnte sich bessern, wenn Biomarker aus Serum, Urin oder Speichel zur Verfügung stünden.

Die Endoskopie hat eine hohe diagnostische Sensitivität für das Ösophaguskarzinom bzw. dessen Vorstufe (Barrett-Metaplasie), ist aber zu aufwändig für ein Screening. Bei Patienten mit „Sodbrennen“ evaluiert man derzeit die Probengewinnung mittels „Cytosponge“ – ein sich im Magen entfaltendes Kunststoffschwämmchen, das beim Herausziehen Zellmaterial aufsammelt.
Völlig nichtinvasive Detektionsmethoden werden seit langem gesucht. Eine nordirische Arbeitsgruppe analysierte 39 prospektive Studien zu diesem Thema. Aus der Analyse ergab sich, dass erniedrigte Serumspiegel von Pepsinogen I (PGI) mit einem erhöhten Risiko für ein Plattenepithelkarzinom des Ösophagus korrelieren. Für das Verhältnis Pepsinogen I zu Pepsinogen II waren die Daten nicht so eindeutig. Hohe Blutzuckerwerte zeigten mit mäßiger Assoziation ein erhöhtes Risiko für Ösophaguskarzinom an. Kein Zusammenhang war mit dem Gesamtcholesterin im Serum festzustellen. Andere Biomarker wurden selten untersucht.
Derzeit steht als nichtinvasiver Marker des Ösophaguskarzinoms nur das PGI zur Verfügung. Der optimale Zeitpunkt für eine Testung muss noch bestimmt werden. Aus Sicht der Autoren sollte zusammen mit weiteren aussichtsreichen Testkandidaten ein Panel von Markern entwickelt werden, das häufigere Frühdiagnosen ermöglicht. WE

Quelle:

Kunzmann AT et al.: Blood biomarkers for early diagnosis of oesophageal cancer: a systematic review. Eur J Gastroenterol Hepatol 2018; 30: 263-73

ICD-Codes: C15.9

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