Immunologie | Arzt-Depesche 4/2018

Ein Antikörper gegen Antikörper

Bei der Nierentransplantation hat man das Risiko zellulärer Abstoßungsreaktionen weitgehend im Griff. Humorale Mechanismen sind problematischer. Auf dieser Ebene greift ein neu entwickelter monoklonaler Antikörper ein.

B-Zellen sind die Vorläufer antikörperproduzierender Plasmazellen; sie fungieren auch als antigenpräsentierende Zellen und sezernieren Entzündungsmediatoren, die T-Zellen zur Induktion einer Abstoßung veranlassen. Über verschiedene Wege wie Interleukin-10 tragen B-Zellen aber auch zum Erhalt von Nierentransplantaten bei.
Ein Zytokin namens B-Lymphozyten-Stimulator (BLyS) (auch B-Zell-Aktivierungsfaktor, BAFF) fördert die Vermehrung von B-Zellen. Bei Nierenempfängern sind hohe Konzentrationen von BLyS mit der Bildung spenderspezifischer IgG-Antikörpern und Abstoßungsreaktionen assoziiert.
Experimentellen Daten zufolge könnte eine Neutralisierung von BLyS vor einer Abstoßung schützen. Eine solche Wirkung hat Belimumab. Der humanisierte Anti-BLyS-IgG1-Antikörper wurde an 28 Nierenempfängern getestet, zusätzlich zur standardmäßigen Immunsuppression. Ein Rückgang der B-Zellen konnte nicht nachgewiesen werden, dafür aber eine gesteigerte Interleukin-10-Konzentration. Dies kann ein Zeichen für einen abstoßungsprotektiven Effekt sein. WE

Quelle:

Banham GD et al.: Belimumab in kidney transplantation ... Lancet 2018; 391: 2619-30

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