Niere | Arzt-Depesche 4/2018

Embolisation oder Transplantektomie?

Wenn eine dauerhafte Transplantatdysfunktion vorliegt, stehen zwei Verfahren als Ultima ratio zur Verfügung: Transplantektomie oder perkutane Embolisation. Welches Verfahren man wann bevorzugen sollte, dazu besteht kein Konsens, weshalb man beide Verfahren in einer Metaanalyse verglich.

In der Studie wurden 2232 transplantektomierte Patienten (T-Gruppe) mit 189 renal embolisierten (E-Gruppe) verglichen. Die Mortalität war in der T-Gruppe mit 4% höher als in der E-Gruppe (0,1%). Auch die „typische“ Komorbidität war bei den Transplantektomierten deutlich größer (18 vs. 1,2%). Allerdings kam es bei 68% der Patienten der E-Gruppe zum Post-Embolisations-Syndrom.
Die Nephrektomie ist mit (überwiegend chirurgischen) Komplikationen behaftet, weshalb die weniger invasive Embolisation eine Alternative darstellen könnte. Das Post-Embolisations-Syndrom war als relevante Komplikation in der E-Gruppe in dieser Studie klinisch meist gut zu managen. CB

Kommentar

Die Indikation zur Nephrektomie bzw. Embolisation war in dieser Studie nicht einheitlich. Auch wurde nicht erhoben, inwieweit zuvor ein konservatives Vorgehen verfolgt wurde. Das könnte das Ergebnis verzerrt haben, und prospektive Studien mit standardisierten Behandlungsregimen wären wünschenswert.


Quelle:

Takase HM et al.: Nephrectomy versus embolization of non-functioning renal graft ... Ann Transplant 2018; 23: 207-17

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