Die Dritte Seite | Arzt-Depesche 9/2019

Ergebnisse eines Mikrosimulationsmodells

Anhand des 15-jährigen Darmkrebsrisikos wurden Nutzen und Schaden einiger Vorsorgestrategien für Darmkrebs untersucht. Profitieren Männer mehr von der Darmspiegelung?
Im Design einer Mikrosimulationsmodell-Studie mit MIcrosimulation SCreening ANalysis-Colon (MISCAN-Colon) wurden norwegische gesunde Männer und Frauen im Alter von 50 bis 79 Jahren mit unterschiedlichem Darmkrebsrisiko (1 - 7 %) untersucht.
In einem Follow-up von über 15 Jahren verringerte das Screening von Personen im Alter von 50 bis 79 Jahren mit einem 3 % igem Risiko für Darmkrebs mittels jährlichem fäkalem immunochemischem Test (FIT) für den Stuhl oder Einzelkoloskopie die Mortalität an Darmkrebs um 6 pro 1000 Personen. Die einzelne Sigmoidoskopie und die zweijährige FIT verringerten die Mortalitätsrate um 5 pro 1000 Personen. Koloskopie, Sigmoidoskopie und jährlicher FIT reduzierten die Inzidenz von Darmkrebs um 10, 8 bzw. 4 pro 1.000 Personen. Die angenommene Inzidenzreduktion für den zweijährlichen FIT betrug 1 pro 1.000 Personen. Es wurde geschätzt, dass schwerwiegende Schäden zwischen 3 pro 1.000 (zweijährlicher FIT) und 5 pro 1.000 Personen (Koloskopie) liegen. Alle Screening-Strategien können über einen Zeitraum von 15 Jahren die Mortalität von Darmkrebs in ähnlichem Maße senken.
Schäden wie z. B. Perforationen oder Blutungen sind bei allen Screening-Strategien selten. Basierend auf der Metaanalyse randomisierter Studiendaten glaubte das Panel, dass das Sigmoidoskopie- Screening bei Männern wirksamer ist als bei Frauen. NM

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