Kasuistik | Arzt-Depesche 5/2020

Gutartiger COVID-19-Verlauf trotz Krebs

Ein aktueller Fall zur COVID- 19 berichtet über eine immungeschwächte Frau und ihren immunkompetenten Ehepartner.
Ein verheiratetes Paar wurde – Mann und Frau gleichzeitig – wegen Dyspnoe und Fieber in Zusammenhang mit COVID-19 in die Notaufnahme aufgenommen. Die Frau war aufgrund einer kürzlich begonnenen Chemotherapie mit Fulvestrant und Abemaciclib wegen rezidivierendem Brustkrebs teilweise immungeschwächt. Ihr Ehemann war, abgesehen von einer Vorgeschichte hinsichtlich kontrollierter arterieller Hypertonie, gesund. Beide Patienten wurden mit Darunavir/Cobicistat und Hydroxychloroquin behandelt. Der klinische Verlauf der immungeschwächten Partnerin war gutartig und bedurfte keiner intensiven Pflege. Die Patientin war in der Lage, bereits am sechsten Tag nach der Aufnahme das Krankenhaus zu verlassen. Ihr Mann hingegen benötigte intensive Pflege und seine Genesung schritt nur langsam voran, war aber doch erfolgreich. Die Autoren schlussfolgerten, dass der geringe Grad an Immunkompetenz bei der Frau keine ernsthaften Komplikationen verursachte und dass er möglicherweise sogar einen Vorteil bei der Vorbeugung eines Zytokinsturms geboten hatte. Dies gilt es sicherlich noch weiter zu prüfen. DM
Quelle: Spezzani V et al.: Benign COVID-19 in an immunocompromised cancer patient – the case of a married couple; Swiss Med Wkly 2020; 150:w20246; doi: 10.4414/ smw.2020.20246
ICD-Codes: U07.1

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