Lungentransplantation | Arzt-Depesche 8/2020

Konstriktive Perikarditis nach Lungentransplantation

Die konstriktive Perikarditis ist eine seltene, aber zunehmend anerkannte postoperative Langzeitkomplikation der Lungentransplantation. Ein besonderer klinischer Verdacht, eine verbesserte diagnostische Bildgebung und eine wirksame chirurgische Behandlung der Krankheit haben ein Bewusstsein dafür geschaffen.
Von Oktober 2005 bis Oktober 2018 wurden 1.234 Patienten am Duke University Hospital einer orthotopen Lungentransplantation unterzogen. Eine Datenbank wurde abgefragt, um Patienten zu identifizieren und klinische Basisdaten zu ermitteln.
Bei einem Median von 11,2 Monaten entwickelten zehn Patienten (0,8 %) eine konstriktive Perikarditis. Die Indikation für eine Transplantation war die idiopathische Lungenfibrose bei acht von zehn Patienten. Alle zehn Patienten zeigten eine Verschlechterung der Dyspnoe und Pleuraergüsse. Die Katheter-Untersuchung des rechten Herzens bestätigte in allen Fällen eine Verengung. Acht Patienten unterzog man einer Perikardektomie mit der Folge einer Verbesserung der kardiovaskulären Hämodynamik.
Die Autoren schlussfolgerten, dass man die Diagnose einer konstriktiven Perikarditis bei Patienten mit neu auftretenden Herzinsuffizienzsymptomen oder wiederkehrenden Pleuraergüssen innerhalb von zwei Jahren nach einer Lungentransplantation in Betracht ziehen sollte. Dabei kann eine idiopathische Lungenfibrose mit einem erhöhten Risiko für die konstriktive Perikarditis verbunden sein. Die Perikardektomie gilt als sichere und wirksame Behandlung für die konstriktive Perikarditis nach der Transplantation. NM
Quelle: Armstrong JL et al.: Constrictive Pericarditis after Lung Transplantation. Transplantation 2020; 104 (5): 1081-4; doi: 10.1097/ TP.0000000000002943
ICD-Codes: I31.9

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