Kasuistik | Arzt-Depesche 3/2019

Seltener Fall von Lichen planus

Eine 45-Jährige präsentierte sich mit einem juckenden, lilafarbenen papulösen Ausschlag, begrenzt auf das linke Dermatomareal T6-T10, mit kurioser Ursache.

Die Patientin zeigte anamnestisch keine Auffälligkeiten, und auch klinische Tests verblieben größtenteils ohne Resultat. In der entnommenen Hautbiopsie wurden eine irreguläre Akanthose, eine leichte Hyperkeratose und eine fokale Hypergranulose festgestellt. Die Histologie zeigte einen dichten Saum lymphozytärer Infiltrate in der oberen Dermis, sowie basale Zellvakuolisierung und Degeneration. Anhand des dermatombezogenen Verteilungsmusters und den Ergebnissen der Biopsie wurde ein zosteriformer Lichen planus (LP) diagnostiziert.
Beim Lichen planus handelt es sich um eine selbst-limitierende, nicht-ansteckende Dermatose. Es gibt bis zu 20 verschiedene Unterformen der LP. Bisher sind aktuell nur zehn Fälle der sehr seltenen Unterform zosteriformer LP weltweit bekannt. Laut Fallberichten tritt der zosteriforme Lichen planus in der Regel nach einer Herpes-zoster-Infektion im selben Dermatom auf. Im vorliegenden Fall war dies erstaunlicherweise jedoch nicht der Fall. SB

ICD-Codes: L43.9

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