Varia

Arzt-Depesche 2/2021

Therapieabbrüche verhindern

Ein frühzeitiger Abbruch der adjuvanten endokrinen Therapie (ET) ist bei Überlebenden von Brustkrebs problematisch. Studien deuten darauf hin, dass bis zu 50 % der Frauen die empfohlenen 5 Jahre der ET-Behandlung nicht vollständig einhalten.
Ziel der Post-hoc-Analyse war die Ermittlung des Zusammenhangs zwischen einem frühzeitigen Abbruch der ET im Rahmen der Studie Trial Assigning Individualized Options for Treatment und veränderbaren Risikofaktoren. Bei allen Teilnehmerinnen wurde ein Hormonrezeptor-positiver, HER2(human epidermal growth factor receptor 2)-negativer, Axillarknotennegativer Brustkrebs diagnostiziert. Die Daten deuten darauf hin, dass veränderbare Merkmale potenzielle Risikofaktoren für einen frühen Abbruch der ET sind. Die Aufklärung über die Faktoren, die mit dem Absetzen von ET in Verbindung stehen, sei somit ein wichtiger erster Schritt zur Verbesserung der Therapietreue bei ET.
Die Ergebnisse der vorliegenden Analyse deuten darauf hin, dass neben Alter und Therapieregime auch veränderbare Faktoren, wie schlechtes soziales oder körperliches Wohlbefinden und eine komorbide Depression, Risikofaktoren für einen frühzeitigen Abbruch der ET-Behandlung sind. Die Ergebnisse legen nahe, dass onkologische Ärzte bei Patientinnen, bei denen ein Risiko für ein frühzeitiges Absetzen der ET besteht, eine Überweisung zur psychosozialen Betreuung oder körperlichen Rehabilitation in Betracht ziehen sollten. VW
Quelle: Yanez B et al.: Association of modifiable risk factors with early discontinuation of adjuvant endocrine therapy. A post hoc analysis of a randomized clinical trial. JAMA Oncol 2021; 7(8): 1–7; doi: 10.1001/jamaoncol.2021.1693
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