Lunge

Arzt-Depesche 3/2021

Viruslast-gesteuerte Immunsuppression

Eine Studie widmet sich nun der Untersuchung, ob sich das Monitoring des Torque-Teno-Virus (TTV), eines latenten nicht pathogenen DNA-Virus, als Sureines Surrogat-Marker zusätzlich zur konventionellen therarogat-therapeutischen Arzneimittelüberwachung eignet, um die peutischen Toxizität der Immunsuppression bei ähnlicher WirkToxizität Wirksamkeit zu reduzieren.
Die hochdosierte Immunsuppression mit Calcineurin-Inhibitoren (CNI) ist das Kernstück der Behandlung nach einer Lungentransplantation. Die CNI-Dosierung richtet sich nach festen Zielwerten. Diese werden festgelegt, um das Gleichgewicht zwischen einer Überdosierung, die zu Toxizität und einem erhöhten Infektionsrisiko führt, und einer Unterdosierung mit dem Risiko einer Transplantatschädigung zu erhalten. Nicht pathogene DNA-Viren im Vollblut (z. B. TTV) sind bei bis zu 93 % der Transplantatempfänger nachweisbar. Die Dosierung der Calcineurin-Inhibitoren nach Lungentransplantation wird in der Regel durch eine therapeutische Arzneimittelüberwachung gesteuert.
In einer multizentrischen randomisierten und kontrollierten Studie bei Empfängern von Lungentransplantaten werden momentan Sicherheit und Wirksamkeit der Immunsuppression unter TTV-Überwachung als Ergänzung zum konventionellen therapeutischen Medikamentenmonitoring untersucht. Es soll eine individuelle Anpassung der Immunsuppression durch einen nicht invasiven Biomarker (Torque-Teno-Viruslast im Vollblut) entwickelt und mit der Standard-Immunsuppressivum-Dosis verglichen werden. Eine Anpassung der CNI-basierten Immunsuppression durch die TTV-Überwachung zusätzlich zum konventionellen therapeutischen Arzneimittelmonitoring könnte die Toxizität der Immunsuppression bei ähnlicher Wirksamkeit verringern. Dazu werden 144 erwachsene Lungentransplantatempfänger nach der Transplantation in die Studie aufgenommen. Sie werden 1 : 1 randomisiert zur experimentellen Intervention (Immunsuppression unter TTV-Überwachung zusätzlich zum konventionellen therapeutischen Drug Monitoring der Tacrolimus-Talspiegel) und zur Kontrollintervention (konventionelles therapeutisches Drug Monitoring). Nach Lungentransplantation (Tag 0) erhalten alle Patienten ein standardmäßiges Tacrolimus-basiertes dreifaches immunsuppressives Regime (Tacrolimus, Prednisolon und Zellzyklushemmer). Einschluss und Screening erfolgen 21 bis 42 Tage nach Lungentransplantation. Primärer Endpunkt nach zwölf Monaten ist die glomeruläre Filtrationsrate als Indikator für die Tacrolimus-Toxizität. Sekundäre Endpunkte sind Messungen der Nierenfunktion, der Allotransplantatfunktion, die Inzidenz akuter Abstoßungen, die Inzidenz chronischer Lungenfunktionsstörung sowie Transplantatverlust und Infektionen. GS
Quelle: Gottlieb J et al.: Viral-load guided immunosuppression after lung transplantation (VIGILung) – study protocoll for a randomized controlled trial. Trials (2021); 22: 48
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