Lokal begrenztes Prostatakarzinom | Arzt-Depesche 7/2017

Operieren, bestrahlen oder abwarten?

Welche Therapiestrategie beim lokal begrenzten Prostatakarzinom am besten ist, hängt neben dem Progressions- und Mortalitätsrisiko auch von der Blasen-, Sexualund Darmfunktion ab. Neue Daten können bei der Therapieentscheidung helfen.

In der CEASAR-Studie verglich man das funktionelle Outcome von Prostatakarzinom- Patienten (PCa) nach einer radikalen Prostatektomie bzw. externen Strahlentherapie oder bei aktiver Überwachung. Eingeschlossen waren 2550 Männer (durchschnittliches Alter 64 Jahre, klinisches Stadium cT1 oder 2). Die Sexualfunktion blieb bei aktiver Überwachung erhalten bzw. ging mit der Zeit nur leicht zurück. Drei Jahre nach einer radikalen Prostatektomie fiel sie dagegen signifikant geringer aus als nach Strahlentherapie oder aktiver Überwachung (-11,9 bzw. -16,2 Punkte).
Die Sexualfunktion nach Strahlentherapie versus Wartestrategie unterschied sich nicht signifikant (-4,3 Punkte). Auch die Harninkontinenz war nach einer radikalen Prostatektomie gegenüber Strahlentherapie oder aktiver Überwachung signifikant schlechter (-18 bzw. -12,7 Punkte). Allerdings verbesserte der operative Eingriff das Auftreten von Blasenentleerungsstörungen (verglichen mit aktiver Überwachung). Hinsichtlich der Darm- und Hormonfunktion sowie der Lebensqualität konnte man nach drei Jahren generell keine klinisch signifikanten Unterschiede feststellen. OH

Quelle:

Barocas DA et al.: Association between radiation therapy, surgery, or observation for localized prostate cancer and patient-reported outcomes after 3 years. JAMA 2017; 217(11): 1126-40

ICD-Codes: C61

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